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Zwangsstörungen (Zwangserkrankungen)

Immer wieder Hände waschen, zehnmal nachsehen, ob die Tür verschlossen ist – belastende Zwangshandlungen und -gedanken sind typische Symptome einer Zwangserkrankung
aktualisiert am 08.05.2014

Zwanghaftes Händewaschen ist ein mögliches Symptom der Zwangsstörung

W&B/Corbis GmbH

Was sind Zwangsstörungen?

Die Zwangsstörung (Zwangserkrankung) ist eine häufige psychische Störung. Die Betroffenen spüren immer wieder den Zwang, bestimmte Handlungen auszuführen oder leiden an aufdringlichen Gedanken. Unterschieden werden dabei Zwangshandlungen, Zwangsgedanken oder Zwangsimpulse. Sie werden von den Patienten selbst als belastend und unsinnig empfunden, können aber nicht unterdrückt werden, auch wenn Widerstand gegen sie geleistet wird.

Symptome einer Zwangsstörung

Der Übergang vom "Normalen" zur Zwangsstörung ist fließend: Die Meisten kennen das Gefühl, am liebsten zweimal kontrollieren zu wollen, ob man das Bügeleisen auch tatsächlich ausgeschaltet hat.

Leidet jemand an einer Zwangserkrankung, wird dieses Bedürfnis zum nicht unterdrückbaren Zwang. Der Betroffene kann nicht anders, als wieder und wieder zu kontrollieren – oder bestimmte Handlungen auszuführen oder stereotype Gedankengänge zu verfolgen.

Solche Zwänge können das gesamte Leben beeinträchtigen. Obwohl der Betroffene sie selbst als unsinnig, störend und unnötig empfindet, kann er sie nicht ignorieren. (Mehr zu den Merkmalen der Zwangsstörung lesen Sie im Kapitel Symptome).

Beratender Experte: Professor Dr. Ulrich Voderholzer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

W&B/Privat

Welche Ursachen haben Zwangsstörungen?

Warum Zwangsstörungen entstehen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Psychologische und organische Faktoren scheinen dabei zusammenzuwirken. Experten vermuten, dass unter anderem das komplizierte Zusammenspiel bestimmter Hirnbotenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose Zwangsstörung wird anhand der typischen Symptome gestellt.

Als Therapie kommen in erster Linie kognitive Verhaltenstherapie, aber auch Medikamente infrage – eine Kombination der beiden Verfahren wird ebenfalls eingesetzt. Die Behandlung hilft in der Regel, die Zwangssymptome auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Ganz vertreiben lassen sie sich meist nicht.

Wie häufig sind Zwangsstörungen?

Ein bis zwei Prozent aller Erwachsenen in Deutschland leiden unter mehr oder weniger ausgeprägten Zwangsstörungen. Schätzungen zufolge liegt die tatsächliche Anzahl der Erkrankten aber höher. Denn Betroffene suchen oft erst dann einen Arzt auf, wenn die Zwangsstörung den Alltag erheblich beeinträchtigt. Auch Kinder und Jugendliche können bereits unter Zwängen leiden. Die Häufigkeit bei Kindern und Jugendlichen liegt bei etwa ein bis drei Prozent.

Was ist eine zwanghafte Persönlichkeit?

Von der Zwangsstörung abzugrenzen ist die zwanghafte Persönlichkeit: Hier leidet weniger der Betroffene selbst, sondern vielmehr seine Umgebung. Menschen mit zwanghafter Persönlichkeit werden oft als pedantisch, reinlich, ordnungs- und regelverliebt empfunden. Die Betroffenen erleben ihre Charakterzüge jedoch nicht als übertrieben und ihre Zwanghaftigkeit nicht als sinnlos. Deshalb sind sie selten bereit, sich deswegen behandeln zu lassen.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Bildnachweis: W&B/Corbis GmbH, W&B/Privat
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